top of page

Äthiopische Melanzani

8. Sept.
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 17 Stunden

äthiopische Melanzani

Observiert man das Gemüseregal im Supermarkt über die Jahreszeiten hinweg, fällt auf, dass einige Sorten sich durch Dauerpräsenz in den Vordergrund drängeln. Ähnlich wie lästige Werbefenster von Online-Magazin sind sie immer da und gehen einfach nicht weg.

 

Dabei sind Zucchini, Brokkoli und Melanzane auch einer Saisonalität unterworfen. Aber was der Klimawandel nicht erledigt, richtet der Gemüse-Jumbo aus Nordafrika.

Das der bei Letzteren nur die dicken Violetten mitfahren lässt, ist diskriminierend. Für die Frucht und für uns als Esser.

 

Denn die Vielfalt im Melanzi-Universum ist fast so bunt und aufregend, wie ihre vielen Namen und Geschichten.

Dass aus dem arabischen Wort Al-Ba’dinjan zwei derart unterschiedliche Worte wie Melanzani und Aubergine entstehen konnten, gleicht einer etymologischen Diaspora. Die Engländer hatten Schwierigkeiten das eine wie das andere auszusprechen und nannten es der Einfachheit halber Eierfrucht, Eggplant.

 

Dabei sehen unsere fetten Violetten gar nicht aus wie Eier. Eher wie ein 3D Paisley Objekt. Die Formenvielfalt der Auberginen ist ein Musterkatalog des Tarnen und Täuschens.

Weiße Eierförmige, violette Schlangenartige, gelbe Zucchini-Mimen. Aber am Samstag entdeckte ich eine, die ich nie & nimmer als Melanzani erkannt hätte.

 

Eine rot-gerippte Bonsai-Tomate? Eine fleischige Art Chili? Eine Paprika-Kürbis-Kreuzung? Nein… die äthiopische Melanzani.

 

Optisch - ein Hingucker. Ich begann große Mengen auszufassen, als die warnenden Rufe der Gemüsebeaufragten ertönten. Achtung – bitter.

Das stellt kein Hindernis für eine Fermenteuse dar. Bitterstoffe sind wohl dosiert das, was gutes Essen von fantastischem Essen unterscheidet. Säure, Salz und Süsse helfen als Regulatoren. Die reifen Feigen aus dem Burgenland werden sich prächtig mit den Äthiopiern verstehen, wer es nachprüfen will, macht sich schnell auf den Weg (heute auf der Karte).

 

Für alle anderen als Trost – ich hab so viele genommen, dass der Rest heute noch ins Fermentationsglas wandert.

 

Bitter ist Wellness-Urlaub für Ihre Leber!

 

Ihr wöchentlich grüßendes, sich wiederholendes Fermentations-Murmeltier

bottom of page