
KIMCHI
SELBER MACHEN

Was ist Kimchi?
Das Wort 김치 kommt aus dem Koreanischen und bezeichnet milchsauer eingelegtes Gemüse.
Was Kimchi aber auszeichnet ist, dass ein wenig spektakuläres Gemüse, wie Chinakohl oder Gurken, mittels intensiver Würzung und Fermentation auf ein geschmacklich neues Niveau hebt. Mit Hilfe von Ingwer, Knoblauch, Zwiebel und oft auch Chili entsteht ein geschmacklich komplexes Ferment, das dadurch auch lange hält.
Kimchi selber machen. Eine Rezeptanleitung!
KIMCHI KLASSIK
Ausstattung
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3L Bügelglas/Gärtopf
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Messer
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Hobel/Mandoline
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große Schüssel
Zutaten
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2kg Chinakohl
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200g Karotten (2 Karotten)
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5 Frühlingszwiebel
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1 scharfen Rettich (oder eine Handvoll Radieschen)
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50g Salz (unjodiert, ohne Trennmittel)
Kimchi Paste
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1 EL Stärke (z.B. Maizena)
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90g Wasser
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3-5 EL Chilipulver (Gochugaru) je nach Schärfewunsch
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2 EL Ingwer fein gerieben
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1 EL Knoblauch, fein gehackt
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2 EL Zwiebel, fein gehackt
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2 EL Schnittlauch, grob gehackt
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1 EL Birne/Apfel fein gehackt
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3 EL gute Fischsauce / Sojasauce

Schritt 1: Gemüse schneiden
Chinakohl in 1cm breite Streifen schneiden, Karotten und Rettich julienne (feine Streifen) und Frühlingszwiebel schräg in 0,5cm breite Streifen schneiden.
Schritt 2: Gemüse einsalzen
Gemüse abwägen und mit 2% Salz vermengen. In unserer Rezeptangabe ergibt das 50g - aber wägen sie einfach und adaptieren sie das Salz.
30 Minuten stehen lassen. Währenddessen die Paste zubereiten.
Schritt 3: Paste zubereiten
Hierzu die Stärke in einem Topf mit kaltem Wasser kalt anrühren. Topf am Herd erhitzen, bis eine dicke Paste entsteht, die fast durchsichtig wirkt. Vom Herd nehmen und auf unter 40 Grad abkühlen lassen.
Währenddessen Ingwer, Knoblauch und Zwiebel kleinstmöglich schneiden/hacken/mixen. Alle Zutaten vermengen und die Schärfe mittels Gochugaru festlegen. Am besten einfach kosten.
Schritt 4: Würzen
Nun das Gemüse fest mit den Händen massieren. Es sollte Wasser lassen. Dann sukzessive die Paste einmischen - am besten mit Handschuhen - da die Paste scharf ist. Wenn sie alles gut vermischt, geknetet und vermengt haben, wird ihr Gärgut in ein Bügelglas oder einen Gärtopf gefüllt. Fest zusammendrücken, damit möglichst viel Lake oben das Gärgut bedeckt. Die Ränder mit einem Tuch abwischen - es sollten keine Gemüsereste oberhalb des Gärguts kleben. Verschließen.
Schritt 5: Fermentieren
Bei Raumtemperatur anspringen lassen (meist zw. 1-2 Tagen). Wer einen Glastopf hat, sieht eine leichte Volumenszunahme. Wer einen Gärtopf verwendet, vertraut darauf, dass dem so ist.
NICHT AUFMACHEN!!!
Nach 1-2 Tagen das Gärgefäß zur Reifung kühler stellen. Optimal in einem Temperaturbereich zwischen 12-17 Grad.
7 Tage nachreifen lassen und dann in den Kühlschrnak stellen. Essen & MAHLZEIT.

KIMCHI RATGEBER
TIPPS & TRICKS
Welches Gemüse eignet sich?
Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Die meisten Kimchis sind mit Chinakohl, Rettich, Kohlrabi oder Gurke - aber wir haben auch schon welche aus Mangold, Grünkohl, Rhabarber oder anderem gemacht. Klassischerweise greift man auf sehr wasserhaltiges Gemüse zurück, da dieses die Kimchi-Paste am besten aufnehmen kann. Wichtig ist dabei immer - wie bei allen Fermenten - je wasserhaltig das Gemüse (z.B. Gurke) ist, destokürzer die Fermentation - sprich - lassen Sie ein Gurkenkimchi nicht wochenlang stehen, sondern essen Sie es bereits nach wenigen Tagen.
Wie viel Salz und welches Salz wird benötigt?
Wir fermentieren mit 2% Salz auf das Gesamtgewicht des Gärgutes. Nur im Sommer ist es mitunter ratsam, den Salzgehalt leicht zu erhöhen. Verwenden Sie Natursalz, sprich unraffiniertes Salz, das nicht seiner Mineralstoffe beraubt ist.
Benötige ich eine Starterkultur?
Nein, die natürlichen Hefen auf Ihrem Bio-Gemüse bringen die Fermentation alleine in Gang. Eine Starterkultur in Form eines "alten" Kimchi-Saftes ist aber auch kein Nachteil und kann helfen Ihr Gemüse-Ferment in Schwung zu bringen & kann geschmacklich interessant sein. Stellen Sie sicher, dass Ihre Starterkultur unpasteurisiert ist.
Brauche ich wirklich Gochugaru, wenn ich es scharf haben möchte?
JEIN. Gochu-Chilis sind eine spezielle Sorte von Chilis, die nicht sehr scharf ist. Sie werden getrocknet, entkernt und gemahlen, das Produkt daraus wird Gochugaru genannt.
Wir verwenden zwei verschieden Mahlgrade, einmal fein und einmal grob. Dadurch entsteht die schöne rote Farbe. Verwendet man schärfere Chilis wie Japalenos oder gar Habaneros läuft man sehr schnell Gefahr, das Kimchi zu überschärfen. Ein Ferment mit einem Habanero geschärft, bräuchte sehr wenig Habaneros, wäre quasi nicht rot - aber superscharf. Daher verwendet man Gochugaru, da es erlaubt eine ordentlich Portion zu nehmen.. Farbe gut, Geschmack gut, Kimchi gut.
Geht auch Paprika, wenn man es nicht so scharf will? Ja... dann schmeckt es aber eher nach Puszta-Kimchi, sprich es hat eine eindeutige Paprikanote.
Wie lange fermentiert es??
Wie sooft gibt es keine eindeutige Antwort, denn 2 Faktoren sind die Haupttreiber und bedingen sich:
- Temperatur: Wie warm ist es?
- Was wird fermentiert
Hier ein paar Anhaltspunkte:
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Gurkenkimchi - ab Tag 2 bereits leicht sauer, sollte nicht älter als 2 Wochen sein
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Chinakohlk. - nach etwa 5-7 Tagen (1 Tag bei Raumtemperatur, 10 Tage kühl gestellt)
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Rettichk. - nach etwa 7-10 Tagen (2 Tage bei Raumtemperatur, 10 Tage kühl gestellt)
Wie weiß ich, ob mein Ferment wirklich "gut" ist? Sprich ob auch nichts schief gegangen ist?
Wenn Sie ihr Ferment öffnen, stinkt es anfänglich. Das hat mit den entweichenden Gärgasen zu tun und ist ein Indikator, dass Fermentation stattgefunden hat.
Kosten Sie nach der Reifezeit ihr Ferment. Es muss sauer sein, das ist der Hauptindikator eines "sicheren" Ferments.
Wie lange hält mein Kimchi?
Fermentiertes hält quasi ewig. Aber... es wird über Zeit saurer und weicher. Das kann man mögen oder auch nicht.
Wenn Sie Gemüse verwenden, dass von vornherein eher weich ist (Gurken, Chinakohl), dann haben sie sehr schnell ein sehr weiches Kimchi. Verwenden Sie Gemüse, dass eher knackig ist (Rettich, Kraut, Kohlrabi), dann hält die Struktur länger.
In Korea wird übrigens aus sehr sauren Ferment ein Eintopf-Gericht namens Kimchi-Jjigae gekocht. Das nimmt zwar die probiotische Komponente aus dem Spiel, aber ist ein wunderbares Gericht mit Nachhaltigkeitseffekt.


KIMCHI TROUBLESHOOTING
PROBLEME, DIE WIR OFT HÖREN
Hilfe mein Ferment schimmelt?
Wirklich? Viele Leute entsorgen ihr Ferment aus Sorge, dass es schimmelt, dabei hat sich nur Kahmhefe gebildet. Kahmhefe ist ungiftig, aber offen gesprochen gibt es besseres als an einen Hefebrocken zu naschen. Entsorgen Sie ihr Ferment nicht, weil es Kahmhefe gebildet hat.
Stellen Sie also als erstes fest, ob es wirklich Schimmel oder eventuell doch Hefe ist. Unsere Fotogalerie unterstützt Sie dabei.
Während Schimmel immer pelzig ist, sieht Kahmhefe aus wie die Oberfläche eines Exoplanten.
Schimmel braucht Luft, Laktofermente nicht. Deshalb ist es wichtig, das Gärgas im Glas zu belassen.
Ziehen Sie leicht am Gummi Ihres Gärgefäßes - wenn Gas entweicht, dann kann es kein Schimmel sein. Er könnte unter diesen aneroben Bedingungen nicht wachsen.
Wie kann ich Kahmhefe entfernen?
Während der Hauptreifeszeit der ersten Wochen ist es am besten das Glas nicht zu öffnen. Sobald sie leichte Anflüge von Kahmhefe sehen, nehmen sie das Glas und schütteln 2x täglich. Die Kahmhefe wird sich nicht mehr bilden.
Später, wenn das Ferment verzehrfertig ist, können Sie das Glas auch öffnen und die Kahmhefe entfernen. Stellen Sie das Glas anschließend in den Kühlschrank.
Bei Fermenten in Lake (Salzgurken oder ähnliches) verzichten Sie auf die Entfernung. Stellen Sie sich, dass das Gemüse unter der Lake ist. Wenn nur die Oberfläche der Lake angeheft ist, ist das vollkommen problemlos.
Wie kann ich Kahmhefe vermeiden?
Kahmhefe entsteht oft, wenn zu viel Sauerstoff oder Zucker im Spiel ist. Daher vermeiden Sie, Ihr Ferment ständig zu öffnen und vor allem offen stehen zu lassen.
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Die Beigabe von Zucker begünstigt die Bildung von Kahmhefe.
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Verwenden Sie ausreichend Salz: mindestens 2% der Gesamtfüllmenge; bei sehr zuckerhaltigem Gemüse (z.B.) verwenden wir bis zu 3%.

Kahmhefe

auch Kahmhefe

Kahmhefe

Kahmhefe
Hilfe mein Ferment geht über.
In der aktiven Phase der Fermentation, diese beginnt meist 12 Stunden nachdem Sie das Gemüse eingelegt haben, hebt sich durch die Gärgase die gebildet werden, das Gärgut. Dadurch kann es sein, dass Lake aus dem Gefäß austritt. Füllen Sie Ihr Gärgefäß daher immer so, dass noch etwas Raum für die aktive Gärung bleibt (ca. 80%)Stellen Sie das Gärgefäß auf ein Teller und bedecken Sie das Gefäß mit einem Tuch, damit möglichst viel austretende Flüssigkeit aufgefangen werden kann.Öffnen Sie das Gefäß in der aktiven Phase nicht... wir haben schon viel fermentiert... uns ist noch NIE etwas explodiert!
Mein Ferment beginnt nicht zu blubbern und gären? Was stimmt nicht?
Eine Ferndiagnose ist schwer. Achten Sie jedoch auf folgende Parameter:
- keine Hitze über 35 Grad
- der Beginn der Fermentation findet bei Zimmertemperatur statt, nicht im Kühlschrank
- verwenden Sie biologische Zutaten
- verwenden Sie mindestens 2% Salz auf das Gesamtgewicht Ihres Ferments (auch hinzugefügtes Wasser miteinrechnen)
- verwenden Sie kein Salz mit beigesetztem Jod und Rieselhilfen
- achten Sie drauf, dass das zu fermentierende Gemüse stets mit ausreichend Flüssigkeit bedeckt ist
Erwarten Sie keinen Vulkan in ihrem Gärbehälter. Wenn Sie ein Bügel- oder Rexglas verwenden, können sie leicht am Gummi ziehen (Achtung: nicht den Gummi zu weit herausziehen), wenn es leicht zischt, hat alles funktioniert. Wenn Sie einen Gärtopf verwenden, sollte es in der Gärrinne manchmal blubbern, das ist das entweichende Gas.

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SCHARF | UMAMI & UNPASTEURISIERT
Am Ende? ... und noch Fragen...
Gerne beantworten wir Fragen, die wir in unseren Anleitungen nicht abgedeckt haben:



