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Bad boy: Clostridium botulinum


Der fiese Gangster unter den Bakterien im Nutrition-Hood hat einen fast mönchisch anmutenden Namen:

 

 

Man stellt sich clandestine Winkel in einer choral-gefluteten Spitzbogen-Allee vor. Das Rascheln der Mönchskutten und das Schmatzen aus dem Refektorium. Als plötzlich einer von ihnen unter wilden Zuckungen und Gesichtsverzerrungen zu Boden stürzt. Mit Gelassenheit beugt sich Sean Connery über ihn und bezeugt den Herbeigeeilten das frühzeitige Ableben des Bruders. Unter dem Wamst des Verblichenen zieht er eine dicke, angebissene Wurst heraus und hält sie sichtbar über die Köpfe aller und ruft warnend BOTULISMUS!

 

Während 99,99% aller Bakterien liebevolle Helfer sind, ist Clostridium botulinum ein Psychopath.

 

Wie Schläferagenten sind sie stets um uns herum. Im Erdreich, in Gewässern, aber auch auf Tieren, Pflanzen und sogar in unserem Verdauungstrakt.

Die rote Aktivierungs-Taste, die aus dem Normalo einen Killer macht, bedarf des Zusammenspiels etlicher Faktoren. C. botulinum ist nämlich ein Erstickungsfetischist. Erst wenn er keine Luft mehr bekommt, das Klima feucht und warm und auf keinen Fall sauer ist, dann beginnt er sein Gift zu speien. Leise, unsichtbar und tödlich.

 

Zuerst lähmt er Muskeln und Nerven. Wenn das Zucken ein Ende hat, setzt er zum finalen Stich ins Herz an. RIP!

Die Schönheitsindustrie macht sich die Lähmungserscheinungen in Form von Botox zu eigen. In stark verdünnter Form wird in so manche Gesichtserschlaffung das Gift injiziert. Die Lähmungserscheinung lässt dann einige Zeit kein Lachen zu, aber Weinen halt auch nicht.

 

Bevor Sie jetzt einen Generalverdacht über Ihre Kühlschrank-Insassen verhängen. MOMENT! Alles Fermentierte ist gleich mal aus dem Schneider – C. botulinum hasst Fermente und ihre Säure. Die anderen Lebensmittel können Sie auch behalten. Sterilisationsverfahren, Pökeln und Lebensmittelhygiene verhindern hierzulande sehr zuverlässig Botulismus. Einzig allein, sollten Sie je eine aufgeblähte Konservendose in Händen halten, lassen sie die Finger davon. Darin könnte sich C. botulinum verstecken.

…. Es sei denn, sie haben einen Surströmming vor sich. Die nordische Fischdelikatesse ist ja schließlich fermentiert.

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