Vorn ist dort, wo sich keiner auskennt!
- Augora Fermente

- vor 2 Tagen
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Am Spielplatz. Alles verläuft bisher lokations-adäquat. Kleine Konflikte, Blessuren, verschütteter Saft.
Als plötzlich ein etwas dickeres Kind in die Sandkiste tritt. Wie ein Pascha pflanzt sich Dönal direkt in die Mitte der Kiste. Dass dort Mimis kleine Sandburg steht, versteht er als Einladung sich draufzusetzen. Mit der Selbstverständlichkeit mit der er sich das Spielzeug der anderen zu eigen macht, will er seines nicht behandelt wissen. Als der kleine Franz nach Dönals MA48 Mistkübel-Kutsche greift, quittiert das Pascha Dönal mit einer Dachtl (wienerisch: gezielter Schlag auf den Hinterkopf).
„Ich will Deinen Bagger und 3 Schokoriegel, dann darfst Du VIELLEICHT, VIELLEICHT darfst Du dann kurz mit meinem Müllauto spielen VIELLEICHT… “, wiederholt Dönal in einem Potpourri aus Selbstverliebtheit und vielleicht.
Franzi ist baff, dass darf man doch nicht.
Ben versucht es dagegen mit Anbiederung. Dönal hat es gern, wenn andere Interesse für ihn zeigen. Ben wird entsandt, am Wasserspielplatz Ordnung zu schaffen. Schließlich braucht Dönal das Wasser, das Ganze! Er muss sich doch den Sand abwaschen.
Die bullyesque Vorstellung treibt ein Kind nach dem anderen auf die Picknickdecken der Eltern. Die argumentieren mit „sei Du der Vernünftige“.
Auf der nahliegenden Wippe sitzt ein anderer Tyrann. Vladi hat dort schon vor einer halben Stunde erfolgreich Uri verscheucht, der mit seiner Freundin Angela in Eintracht wippte.
Vladi ist ein eifersüchtiges Kind. Er möchte weder, dass Uri die Wippe, noch Angela, noch Spaß hat. Jetzt sitzt er dort allein auf einem der Wippbalken. Der zweite gähnt leer in den Himmel. Mitspielen sieht anders aus. Alle dann und wann versucht Uri mit List oder Aggression den Usupator von dort zu vertreiben. Bislang erfolglos. Angela ist schon heimgegangen, die Sonne auch.
Zeit nach Hause zu gehen. Morgen ist ein neuer Tag. Was aber wenn Vladi und Dönal morgen auch wieder kommen?
Auch mikrobielles Leben ist nicht immer friedlich. 99,9% der Bakterien sind friedfertig, stehen in der Früh auf, leisten ihre Abbauarbeit und legen sich dann wieder hin. Alle dann und wann aber kommt einer aus der 0,1% Riege und versaut dem Rest so richtig den Stall.
Das Resultat: antibakterielle Seifen, Pasteurisationsverfahren & sterile Umgebungen.
Weil sich ein paar schlechte benehmen, leiden die anderen 99,9% genauso mit. Die Rüpel verschulden strengere Auflagen, einen schlechten Ruf und jede Menge Seifenrückstände. Dabei ist die Mikrobioms-Forschung sehr klar darin, dass der Erhalt der guten 99,9% für ein gutes Zusammenspiel enorme Relevanz hat und dass es nur gilt, die bösen 0,1Prozent in Schach zu halten.
WANN aber setzt sich diese Lehre bei den Makro-Organismen und vor allem in den Maga-Ökologien durch?




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