Gottes Werk & Teufels Beitrag
- Augora Fermente

- vor 5 Tagen
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Die ersten Gehversuche des Frühlings bringen ein Kraut hervor, dass sehr ambivalent rezipiert wird. Der Bärlauch.
Während die einen ihn lieben, ist er Teufelswerk für die anderen. Und tatsächlich sind es die Schwefelverbindungen in den Blättern, die diabolisch anmuten.
Der Bärlauch wurde nämlich vor vielen Millionen Jahren bei seinem Schöpfer vorstellig und führte dahingehend Beschwerde, dass er als einer der ersten Frühlingsboten die primäre Nahrungsquelle für die ausgehungerten Waldbewohnern darstellt.
„Warum immer ich“, jammerte er laut. Der Allmächtige kramte tief in seiner Gewürzlade, zog einen leuchtend gelben Brocken heraus und sprach: „Ego te sulfure incanto.“
Der Bärlauch schreckte zurück und schrie „Mit Eau de Lucifer parfümierst Du mich“. „Hier ist der Deal“ sprach der Weltenbauer. „Du sollst vorausgehen, vor allen anderen. Aber sobald Dir einer auch nur ein Blatt abreißt, es zwischen den Fingern reibt oder es gar klein mörsert, dann sollst Du Allicin verströmen. Auf dass es ihnen eine Lehre sein wird, sich so rücksichtslos an meinem Frühlings-Hermes zu vergreifen“
Probieren kann man es ja, dachte sich der Bärlauch. Und sieh da, als eine Schnecke frisch aus der Kältestarre erwacht, Richtung Bärläuch-Hain schleimte, war das erhoffte Mahl alles andere als bekömmlich.
Als in einem schwachen Moment die göttliche Urkraft den Menschen vom Stapel ließ und ihn dann noch mit Feuer (wieder so eine teuflische Zutat) ausstatte, rückte der Bärlauch wieder in den Beute-Radius. Denn Allicin wird durch Erhitzung und Fermentation abgebaut.
Der Bärlauch traut sich aber nicht nochmal oben vorstellig zu werden. Die Schnecke war auch dort und muss seither immer ihr Haus mitschleppen.
Apropos Schnecke… wir freuen uns sehr jetzt Teil von Slow Food Österreich zu sein.
P.S: keine Angst, Bärlauch und Knoblauch kommen bei uns immer in ent-alicinierter, sprich bekömmlicher Form zum Einsatz.




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