It's kardy time!
- Augora Fermente

- 9. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Wenn dem Jahr die Tage ausgehen, wird es auch am Gemüsemarktstand karg.
Kraut, Rüben und jede Menge Kohl. Kurz vor Weihnachten taucht dann meist eine Art struppiger Mini-Christbaum auf. It’s kardy time!
Alle Jahre wieder führt die Gemüse-Epiphanie dann zu folgendem Zwiegespräch:
Kunde: „Was ist das?“
Gemüseflorian: „Kardy“
Kunde „Und was macht man damit?“
Gemüseflorian: „Fragen Sie Dr. Google“
Die meisten Kunden lassen dann Ihre Finger davon und fragen dann statt Dr. Google im Jahr drauf wieder die gleiche Frage… und erhalten die gleiche Antwort vom Gemüseorakel.
Als eingeweihter Myste weiß ich um die Vorzüge dieses Artischockengewächs. Viel ergiebiger als Artischocken und auch weniger aufwendig in der Zubereitung. Den fasrigen Stielen zieht man zuerst die Fäden (ähnlich wie bei Stangensellerie). Sobald das erledigt ist, ist es ein Wettlauf mit der Oxidation. Also schnell ins Zitronenwasser legen. Im Salzwasser anschließend weich dünsten.
Während Dr. Google meist zu Gratins mit Kardy rät, halten wir uns diese Woche an Son Excellence Auguste Escoffier, der in sämig-französischer Manier zu einer Sauce Mornay rät. Die allerbeste Huldigung erfährt die Kardy jedoch als Ravioli Füllung.
Von dem Rezept weiß Dr. Google nichts, weil ich noch nie dazukam es zu posten. Aber hier grob umrissen…. Weil es seit Jahren unsere Weihnachtsessen-Ouvertüre ist:
1 kl. Zwiebel, glasig angeschwitzt
2 Handvoll Maroni gedämpft
1-2 Stangen Kardy gedünstet
1 EL Creme Fraiche/Ricotta
ein bißchen frische Petersilie
Mit dem Pürierstab mixen. Wir sind auf der Suche nach der optimalen Balance zwischen der bitteren Kardy und der süssen Maroni – daher manchmal ein bißchen mehr Maroni und weniger Kardy …oder umgekehrt. Mit Salz, Pfeffer abschmecken.
Ravioliteig mach ich immer nach diesem Rezept. Nach dem Wasserbade die Ravioli in etwas zerlassener Butter gepimpt mit einem TL Maroni-Miso und ein paar frischen Salbeiblättern schwenken und mit klein gewürfelten Salzzitronen und frisch geriebenen Parmesan bestreuen.
Wundern Sie sich nicht, wenn bei soviel Weihnachtsliebesmüh das Christkind dann auch kurz mal Platz nimmt und ein paar Ravioli verdrückt. Es hat schließlich noch viel vor in dieser Nacht.




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