Spät, später... tardivo
- Augora Fermente

- 16. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit

Ich bin kein wirklicher Fussball-Fan. Gehöre vielmehr zu denen, die bei WM’s mitschauen und immer noch nicht wissen, was abseits ist.
Während manche Spiele nicht mit Suspense geizen, finde ich die meisten verhalten & langweilig … bis dann in Minute 85 alle wild zu rennen beginnen, in der Hoffnung vor Abpfiff ein Tor zu erschießen und sich somit weitere qualvolle 30 Minuten einer Verlängerung zu ersparen.
Der Jahresabpfiff gestaltet sich ähnlich. Quirrlig, bunt und hektisch. Plötzlich tauchen Köstlichkeiten auf, die sonst ungesehen sind. Dazu zählt auch eine norditalienische Zicchorien-Spezialität:
Der Radicchio Tardivo.
Er sieht aus wie die Haar-Ondulationsversuche meiner Tochter. Wie das Kind mit Lockenstab und Haarwurst aufwendigst ihrem Haupthaar eine Farrah Fawcett Lockenpracht abringt, so ist auch der Radicchio Tardivo das Ergebnis von Mühe & Arbeit.
Die Entstehungsgeschichte ein Zufallsfund. Als die angebauten Zicchorien von einem frühen Frost erstarrt traurig zusammensanken, wollte es ihnen ihr Anbauer nicht gleichtun. Er erntete sie ab, brachte sie ein und wässerte sie. Während die äußeren Blätter weiter traurig hingen, begann aber die Pflanze im Inneren auszutreiben. Der Frost hatte die Stärke in der Pflanze in Zucker verwandelt, Nahrung für die neue Generation. Wie Dornröschen fiedeln feine Prinzessinenfinger durch das Gestrüpp der alten fahlen Blätter um anzukündigen: HERE I AM! Jung, schön und zartbitter.
Und so wie das eine zu Ende geht, steht das nächste schon in den Startlöchern.
Eine weitere Jahres-Ende-Delikatesse gibt es HEUTE!!! Kapaun, von den legendären „Waldviertlern, die gar keine sind“. Die Familie Rauscher bietet am Nasch-Bauernmarkt wieder ihren Kapaun an und ein 6kg Hahn hat sich unserem Tross angeschlossen.




Kommentare