Feta selber machen
- Augora Fermente

- vor 9 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Neben mir wohnt eine Kuh. Genauer gesagt mehrere. Noch genauer gesagt, wohn ich temporär neben ihnen. Jeden Tag um 5 in der Früh wummert die Melkmaschine los. Heute erledigt die, was früher der Hahn verantwortete. Alle aus dem Schlaf reißen.
Aber hey – das Landleben kennt kein Erbarmen, die Alm keine Sünd und die Kuh keinen Urlaub. Sie muss gemolken werden, sonst bekommt sie eine Euterentzündung und dann schreit sie viel lauter, als eine Melkmaschine das je machen könnte.
Der Vorteil dieser bovinen Nachbarschaft sind jede Menge hervorragende Rohmilch direkt gezapft. Und nachdem unsere derzeit liebste Speis Feta & Meli ist und der aus dem Supermarkt irgendwie fad schmeckt, warum nicht Kuhfeta selber machen.
Die heißen Temperaturen hab ich mir zu Nutze gemacht. Nach no-bake-cakes, no-knead-bread kommt hier ein no-heat-cheese. Und so geht's, wer die Gelegenheit und Muße hat, umbedingt probieren. Es war SOOOO gut!
Zutaten:
2-3 Liter Rohmilch
2-3 EL fertigen Milchkefir
eine Messerspitze Lab
Salz
Die Milch auf 30 Grad bringen und den Milchkefir einrühren und 1 Stunde stehen lassen. In meinem Fall hab ich die Milch gar nicht erhitzt, sondern einfach in die Sonne gestellt. Bei sommerlichen Außentemperaturen ideal. Sie hatte dann genau 34°C - das war perfekt.
Nach einer Stunde dann eine Messerspitze Lab in etwas Wasser auflösen und in die lauwarme Milch einrühren. Nicht lange rühren, eher kurz verteilen und dann den Löffel in die Mitte setzen, damit die Milch sehr schnell zur Ruhe kommt.
Den Topf (es war schon früher Nachmittag) hab ich an einem ruhigen, schattigen Ort eine Stunde stehen lassen. Das Lab dickt die Milch ein, sie bekommt eine feste, puddingartige Konsistenz.
Dann mit einem Messer den "Pudding" (fachfräulich: Bruch) in lauter kleine Quadrate schneiden. 5 Minuten warten. Dann mit einem Schneebesen langsam rühren. Die Bruchquadrate werden jetzt über einen Zeitraum von 20 Minuten immer wieder gerührt bis sie so groß sind, wie der Nagel eines kleinen Fingers. Dann wird die Molke abgegossen und die kleinen Bruchstücke am besten in einer Käseform, wer das nicht hat nimmt ein Tuch und ein Sieb (dann hat man halt keine so schöne Form, geht aber auch). Ich hab das ganze can. 2-3 Stunden abtropfen lassen und dabei jede Stunde einmal den Käse in der Form gewendet, damit er gleichmässig zusammenbackt.
Am Schluß hab ich eine 6% Salzlake (60g pro Liter Wasser) vorbereitet. Dort kommt der Käse nun für 2 Tage hinein. Gefäß steht bei Raumtemperatur. Jetzt startet die eigentliche Fermentation und der Käse geht sogar leicht auf und bekommt die charakteristischen Löcher.
Nach den 2 Tagen in wenig Salzlake im Kühlschrank nochmal 2-3 Tage nachreifen lassen und dann ESSEN!!!!
Videoanleitung Feta selber machen:



