Jicama - ned Fisch ned Fleisch
- Augora Fermente

- 6. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Der Ausdruck etwas wäre „nicht Fisch, nicht Fleisch“ meint es nicht gut mit dem Bezeichneten. Unser heuristischer Anspruch der Schnell-Schubladisierung wird hier unzureichend befriedigt.
„Nicht Rettich, nicht Birne“, „nicht Bohne, nicht Kartoffel“ wäre wohl das Äquivalent der Jicama. Eine südamerikanische Pflanze, die sopra-terraneo ein bohnenartiges Gestrüpp ausbildet, während sot(to)terraneo einen kartoffelartige Knolle wächst.
Während alles Oberirdische extrem giftig ist & zur Insektenbekämpfung herangezogen werden kann, ist die Knolle das genau Gegenteil.
Gäbe es eine gemüsegenierierende KI wäre der Input folgender: Mach ein Gemüse, das den Biss eines saftigen Apfels, den Geschmack einer Birne mit einem Hauch von Rettich hat & lass es aussehen wir eine Riesenkartoffel, schau dass es süss schmeckt, aber keinen Zucker hat…. Jicama würde rauskommen.
So verwirrt einen die Frucht geschmacklich lässt, so interessant ist aber was dahintersteckt. Jicama hat nämlich einen extrem niedrigen glykämischen Index, obwohl sie gleichzeitig süß schmeckt.
Er ist das, was ich zu Hause bräuchte, um den Süssigkeiten-Beutezügen meines Mannes einen Riegel vorzuschieben. Etwas das er nicht als Nascherei empfinden würde, ich aber schon. Und so funktioniert auch Inulin. Die Magenarbeiter rümpfen die Nase und stellen quasi auf Durchzug Richtung Darm. Im Darm freuen sich alle, dass sie endlich auch mal was Süßes abbekommen, was nicht vorher schon aufgerissen, angebissen und fast eh nur mehr in Bröselform vorhanden ist (..sic! unsere traurige Schoko-Lade)
Die Party kann Konsequenzen haben. Der Inulin-deprivierte Darm reagiert mitunter mit Flatulenz-Katerstimmung auf das Festmahl. Das wissen alle, die sich einmal an zuviel Topinambur vergangen haben (auch viel Inulin). Jicama hat viel weniger & etwas anfermentiert muß man sich vor Süd-Ost-West-Winden auch nicht fürchten.
Also – seien sie nicht egoistisch und gönnen Sie ihren Darmbakterien auch mal was Gutes! Gut gewürzt mit Limetten, etwas Chili und Senfsalaten ist es kein altruistischer Akt mehr, so eine feine aromatisches Vergnügen.




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